Brief an Jutta Ditfurth

Der Antisemitenstempel geht um

 

Brief an Jutta Ditfurth von Trutz Hardo

 

Goa/Indien, den 16.1.2006

 

Liebe Frau Ditfurth!

 

Die Spätabendsendung Polylux im ARD-TV am 8.12.2005 brachte einen achtminütigen
satirischen Beitrag über Rückführungen in frühere Leben, wofür sie eines
Reinkarnationstherapeuten bedurften, der es demonstrierte. Da ich durch meine
vielen Veröffentlichungen (siehe www.trutzhardo.de und www.trutzhardo.com)
Ihnen auffiel, kontaktierten sie mich, der ich gerade auf den Philippinen
weilte. Man hätte auch jeden anderen Rückführungstherapeuten für diese Sendung
nehmen können, wenn sich ein solcher für Polylux bereitgefunden haben würde. Es
ging in dieser Sendung in erster Stelle um Rückführungen und nicht um mich. Die
Redakteurin wusste nicht, dass ich 1998 und 2000 gerichtlich wegen
Volksverhetzung und Verunglimpfung des Angedenkens Verstorbener verurteilt
worden war, sonst hätte Polylux wie jeder deutscher Fernsehsender bestimmt
andere Entscheidungen getroffen. Aber - und hier bekenne ich meine Schuld - ich
hätte die Redakteurin darauf hinweisen sollen, dass ich auf Ihre Initiative hin
vor Gericht stehen musste. Doch dachte ich, dass diese ganze Hetze gegen mich
nun Schnee von gestern sei und man mir nicht ein Leben lang diese
Verurteilungen immer wieder vorhalten würde, gab ich doch in Büchern oder in
Vorträgen keinerlei Anlass, weiterhin gegen mich intrigieren zu müssen. (Auch
hält man Ihnen nicht ewig Ihre schockierenden Ansichten über Abtreibungen vor
und spricht nicht mehr von "Kindsmörderin".)

 

Sie, liebe Frau Ditfurth, haben einen gepfefferten Brief mit vielen Zitaten
aus dem Gerichtsurteil an den Brandenburgischen Rundfunk (im Internet
nachzulesen) geschrieben, mit der Aufforderung, gegen Polylux vorzugehen, da
Sie es für unzumutbar hielten, wie die Redakteure dazu kommen,
einem "Volksverhetzer" ein Forum für seine reinkarnationstherapeutische
Tätigkeit zu liefern, und stellten gar noch unglücklicherweise in Frage, ob man
mit mir wegen dieser Verurteilung sympathisiere ("absichtlich promote"), um
hier vielleicht auch irgendwem den Verdammungsstempel Antisemit aufzudrücken.
Nun steht anscheinend wegen Ihres Briefes die Sendung Polylux, die von vielen
Hundertausenden von Zuschauern mit wöchentlichen Vorfreuden erwartet wird, vor
dem Aus. Ein ganzes Fernsehteam mit mehreren unschuldigen Mitarbeitern verliert
anscheinend nun ihre Arbeit. Sie können sich vielleicht vorstellen, was es
heißt, in dieser von Arbeitslosigkeit erschütterten Republik keine bezahlte
Tätigkeit mehr zu finden. Haben Sie an diese Katastrophen, die von Ihnen nun
heraufbeschworen wurden, eigentlich vorher gedacht? Oder geht es Ihnen eher
darum, diesen Verdammungsstempel nach Ihrem Dafürhalten irgendwo wirkungsvoll
zu platzieren unter dem Motto: Schaut, was für eine eifrige Wachhündin ich,
Jutta Ditfurth, bin! Denn Sie glauben, Narrenfreiheit zu haben, nach Ihrem
Gusto diesen Stempel irgendwo aufklatschen zu können, wagt doch keiner Ihnen zu
widersprechen, um nicht ebenfalls von diesem Stempel getroffen zu werden. Sie
behaupten, dass diese Sendung Reklame für mich mache. Ganze drei bis vier
Emails habe ich dafür bekommen. Also von beachtlichem Mehrverdienst keine Spur!
Wie viele hundert Male waren Sie im Fernsehen zu sehen und konnten auch somit
indirekt oder auch direkt Werbung für Ihre linksgerichteten Tätigkeiten und
Bücher betreiben?

 

Aus der Berliner Morgenpost vom 18.12. konnte ich im Internet entnehmen, was
für "vehemente Kritik" an Polylux Ihr Brief bei dem Rundfunkrat des BBR
ausgelöst hatte, besonders bei unserem vortrefflichen Herrn Alexander Brenner,
dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Berlin, der, obwohl er, wie er
sagte, die Sendung nicht gesehen hätte, die Umstände, dass ein Antisemit im ARD
zu hören und zu sehen gewesen sei, als "skandalös" und "unerträglichen Vorgang"
bewerten musste, kannte er ja nur Ihr durch diesen Brief präsentiertes und
einseitig entstelltes Feindbild über mich. Er, wie die Zeitung schrieb, war
sehr bewegt. Sie, liebe Frau Ditfurth, betreiben unbegründete Angst bei Juden.
Warum tun Sie das? Was wollen Sie eigentlich dadurch bezwecken? Um Ihren Hass
gegen die Esoterik und besonders gegen mich ungezügelten Lauf zu lassen,
verbreiten Sie Entsetzen und Angst sogar bei unseren jüdischen Bürgern?
Glauben Sie, dass Sie dadurch mehr Unterstützung für Ihren radikalen Kampf
gegen die Esoterik erhalten? Sie holen immer wieder den Antisemitenstempel
hervor und knallen diesen meist willkürlich auf irgendwelche Personen mit
vollster Überzeugungskraft. Und das Schlimmste ist, dass man Ihnen leider -
ohne selbst zu recherchieren - oft leichtgläubig Glauben schenkt. Sie verhelfen
dazu, nicht nur unsere jüdischen Mitbürger - und wir sind froh, diese wieder in
großer Anzahl unter uns zu haben, fördern sie doch unsere wirtschaftlichen,
wissenschaftlichen und kulturellen Belange -, sondern auch die ganze Nation in
Angst und Schrecken zu versetzen. Bitte hören Sie doch damit auf! Ich bitte Sie
auch im Namen aller guten Menschen.

 

Ihr ganzes Verhalten gegen mich ist von tiefstem Hass und tiefster Verachtung
geprägt, da 1996 mein Roman Jedem das Seine veröffentlicht wurde. Im Spätherbst
desselben Jahres anlässlich meines Auftretens in Darmstadt organisierten Sie
eine Demonstration gegen mich mit 100-200 Sympathisanten, von denen die meisten
neugierige Mitläufer waren (und ich befand mich mit hochgeklappten Jackenkragen
unter ihnen). Sie hielten eine Hassrede nicht nur auf mich, sondern dieser Hass
erstreckte sich auch auf C.G. Jung, Franz Alt, Helena Blavatzky und sogar auf
den Dalai Lama. Sie hassen die ganze Esoterik und halten jene für total
verblödet, die sich mit dieser beschäftigen. Aus Ihrer linksradikalen Gesinnung
heraus kann ich Ihre Haltung verstehen, da alles Übersinnliche nur irre
Hirngespinste sind, denn Gott, Engel, Geistwesen, Kommunikation mit
Verstorbenen, Geistheilung, Reinkarnation und Karma, Reiki, Feng Shui -
überhaupt alles Widervernünftige - sind für Sie irrationale, versponnene
Wunschvorstellungen oder primitivster Aberglaube. Und ich gestehe, dass ich bis
zu meinem fünfunddreißigsten Lebensjahr ganz Ihrer Meinung gewesen wäre. Aber
ganz bestimmte Ereignisse haben mir dann einen anderen lichtvolleren Weg
gezeigt.

 

Sie kämpfen nun mit aller Macht gegen die Esoteriker. Dafür ziehen Sie alle
erdenklichen Register. Sie stellten dann mit anderen Gesinnungsgenossen die
These auf, dass die Esoteriker verkappte Faschisten seien, also unter ihrem
Hemd ein braunes Herz trügen. Ich habe in den vielen Jahren Tausende von
Esoterikern und viele davon sogar näher kennen gelernt, aber ich habe unter
ihnen NIE einen Antisemiten getroffen. Doch diese Unterstellungen werden von
Ihrer Denkungsart fabriziert, um somit eine zusätzliche mächtige Keule in der
Hand zu haben, die Esoteriker zu bekämpfen. Und Sie verbreiten somit Lügen,
scheuchen damit gewisse Kreise und Journalisten auf, gegen Esoterik im
einzelnen wie auch in der Gesamtheit vorzugehen. Falls Sie einen sogenannten
Esoteriker nach Ihren Kriterien als Antisemiten ausgemacht haben sollten,
beziehen sie gerne Ihre Verurteil auf alle anderen Esoteriker.

 

Die sicherlich wohl 1998 von Ihnen mit initiierte oder zumindest ideologisch
mit unterstützte Enquete im Bundestag, welche die Esoterik auf mögliche
Abhängigkeiten oder Volksverhetzung untersuchen sollte, kam zu einem
gegenteiligen Ergebnis als das von ihnen erhoffte. Unter anderem wurde in
dieser ausdrücklich betont: "Aber die Vorstellung, dass es vor allem
manipulative Strategien, gezielt eingesetzte "Psychotechniken" bzw. abhängig
machende Beeinflussungsformen seien, die Menschen gegen ihren Willen zu hilflos
ausgelieferten, fremdgesteuerten Objekten der jeweiligen Gruppen machten, muss
angesichts der zahlreichen rekonstruierten Biographien aus heterogensten
Milieus sowie mit unterschiedlichsten Verläufen und Erfahrungen deutlich
zurückgewiesen werden."
Warum, liebe Frau Ditfurth, verbreiten Sie dennoch das Gegenteil, wo man doch
gründlichst nachgeforscht hatte mit der ursprünglichen Absicht, wo und wie man
Eso-Gruppierungen das Handwerk legen könnte?

 

Die beiden großen Verlieren des Zwanzigsten Jahrhunderts sind der
Kommunismus/Sozialismus und der Nationalismus/Faschismus. Die Menschenmassen
wurden durch deren geschickt verbreitete Ideologien hörig gemacht, wozu die
jeweils gleichgeschalteten Presseorgane ihr Übriges taten. Viele der heutigen
Esoteriker sind Wiedergeburten von solchen, die damals sich entweder von diesen
Ideologien mitreißen ließen* oder durch sie ihr Leben verloren oder größten
Schaden erlitten. Sie hatten sich nach ihrem Tod vorgenommen, nie wieder sich
von solchen Ideologien ausnützen zu lassen oder in solchen Gesellschaftsformen
zu leben. Sie sind nun als Reinkarnierte zu Suchern geworden, die nicht mehr an
den Lippen von Ideologieverkündern hängen, sondern die den Weg nach Innen
gehen, wenn auch oft mit Umwegen. Aus diesem Grunde findet man keine
Kommunisten oder Faschisten unter den Esoterikern!! Alle diese von Ihnen
erfundenen Unterstellungen, dass Esoteriker "braun" sind, entbehren jeglicher
Grundlage.
*(Und jetzt greifen sie bitte nicht wieder diesen Passus heraus und verkünden:
Trutz Hardo gesteht, dass Esoteriker Wiedergeborene Nazis sind. Bitte
unterlassen sie es. Werden Sie wahrhaftig!)

 

Frau Ditfurth, Sie nennen mich einen Antisemiten. Wie kommen Sie eigentlich
dazu? Sie kennen doch die Urteilssprüche meiner beiden Richter ganz genau, in
denen festgestellt wurde, dass ich kein Antisemit bin. Dies ist eine
absichtliche Verleumdung, die Sie betreiben, um mich vor allen Leuten zu
diskreditieren, so dass sie Abstand vor mir halten wie vor einem Aussätzigen.
Denn mit diesem Schlagwort können sie jeden niederknüppeln, und alle werden
sich hüten, nicht ebenfalls von dieser Keule niedergeschlagen zu werden, die
sie über Jahre hin oder sogar lebenslänglich zu Boden streckt oder gar in den
Tod treibt. Warum verbreiten Sie diese Lügen nach dem Motto: "Wer Antisemit
ist, bestimme ich"? Ich habe nie ein antisemitisches Wort gesagt, noch nicht
einmal gedacht! In meinem ganzer Roman Jedem das Seine ist die Sympathie und
das Mitgefühl für die von den Nazis verfolgten und ermordeten Juden
unverkennbar hervorgehoben. Ich zeichne deren Leid so drastisch, wie es
wahrscheinlich noch nie in einem Roman von einem Nichtjuden dargestellt wurde,
denn ich will Mitleid erzeugen mit der Aussage, dass solche Verbrechen nie
wieder geschehen dürfen. Das Leid jener damals Ermordeten darf niemals
vergessen werden. Ich habe mit meinem verbotenen Roman ein Holocaustdenkmal
aufstellen wollen, das sicherlich manch anderes überdauern wird. Meine
Kernaussage gipfelt in dem Satz: "Hitler ist der größte Massenmörder der
Weltgeschichte, und wer ihn immer noch lobt, ist Teilhaber an diesem
Verbrechen.“ Ich bin also alles andere als ein Antisemit. Begreifen sie das
doch!

 

Sicherlich haben Sie meinen nun schon seit vielen Jahren auf Ihre Initiative
hin verbotenen Roman nicht ganz gelesen, sondern sich nur an herausgerissene
Stellen geklammert. Doch woran Sie sich stoßen, ist die Aussage, dass ich mit
über einem Drittel der Menschheit davon überzeugt bin, dass nahezu alle unsere
Schicksale von uns selbst in einem früheren Leben verursacht worden sind und
wir das ernten, was wir in früheren Leben im Guten oder im Schlechten gesät
haben. Ich habe dieses auch aus meiner Erkenntnis gültige Universalgesetz
ebenfalls auf die Opfer des Holocaust bezogen, wie ich es auf alle Menschen
bezogen habe. Deshalb müssten Sie mich aus Ihrer Sicht nun einen Menschenfeind
und nicht einen Antisemiten nennen. Sie wissen ganz genau, was der Oberrabbiner
Ovadia Yussef, der Papst der orthodoxen Juden in Jerusalem, am 5. 8. 2000 im
Fernsehen gesagt hatte - und diese Meldungen gingen um die ganze Welt -: Alle,
die im Holocaust umgekommen sind, hätten im früheren Leben gesündigt und
mussten wiederkommen, um das wieder auszugleichen. Und er ergänzt noch: "Wir
Juden müssen daran glauben. Wer nicht daran glaubt, ist keine Gläubiger." Und
die israelische Tageszeitung Ha'arez schreibt: "Nun ist die Reinkarnation zum
Dogma erhoben worden." Ich schreibe also nichts anderes in meinem fiktiven
Roman, als was dem Grundglauben von Hundertausenden orthodoxer Juden
entspricht. Wenn Sie mich, liebe Frau Ditfurth, nun Antisemit nennen, weil ich
diesen jüdischen Glauben vertrete, dann müssten nun folglicherweise auch alle
diese orthodoxen Juden Antisemiten sein. Aber sie als solche zu bezeichnen,
würde Ihnen Gott sei Dank nicht einfallen. Doch warum nennen Sie mich einen
Antisemiten, der ich doch den orthodoxen Glauben, was die Reinkarnation und das
Karmagesetz angeht, mit ihnen teile? Nur um mich zu diffamieren, mich als üblen
aktiven Radikalantisemiten überall anzuprangern? Man muss vor Ihnen wirklich
Angst haben, und jene, die diesen Anschuldigungen Glauben schenken, bereiten
Sie ebenfalls Angst.

 

Und hier zitiere ich nochmals aus Ha'arez: "Die SHAS-Partei ging am 6. 8. in
die Gegenoffensive, nachdem sich viele nicht orthodoxe Israelis über die Rede
des Oberrabbiners Ovadia Yussef vom Vortage erhitzt hatten. Die SHAS-Partei
sagte, dass die Gegner einen brutalen Großangriff in theologischen
Angelegenheiten durchführten samt dem Versuch, andere Gedanken und
Glaubensvorstellungen aufzuzwingen. Die SHAS-Partei klage die Linken an, dass
sie versuche, die freie Rede zu unterdrücken und die religiöse Partei mundtot
machen zu wollen."

 

Könnte man diesen letzten Satz nicht auch auf Sie und ÖkoLinX beziehen? Wie
Sie, liebe Frau Ditfurth, sehen, gibt es auch in einem demokratischen Staat
verschiedene Meinungen und Glaubensvorstellungen. Und in einer Demokratie hat
man solche gegensätzliche Meinungen und religiöse Vorstellungen zu tolerieren,
sonst verliert man den Anspruch, eine Demokratie zu sein. Sie wissen
sicherlich, was Rosa Luxemburg proklamierte: "Freiheit ist immer Freiheit des
anderen!"

 

Und noch etwas anderes Wichtiges möchte ich erwähnen. Viele Juden ( z.B. Eli
Wiesel) sehen den Holocaust als Beweis an, dass es Gott nicht gibt. Denn sonst
hätte er seinem auserwählten Volk doch sicherlich in der größten Heimsuchung
seit Bestehen des Judentums geholfen. Ovadia Yussef, der sicherlich schon vor
dem Holocaust ein überzeugter Anhänger des Reinkarnationsgedanken war (ist
dieser Glaube schon immer Teil der Kabbalisten und der Chassiden gewesen), will
aber Gott freisprechen von seinem Nichteingreifen. Denn nicht ist Gott zu
beschuldigen, sondern jeder ist für seine Schicksale selbst verantwortlich, da
er dafür in früheren Leben die Ursache für späteres Leiden selbst gesetzt
hatte. Hier handelt es sich um ein göttliches Gesetz einer höheren
Gerechtigkeit, in das Gott nicht eingreift.
Wie ich in einer Rückführung erlebt habe, bin ich als jüdischer Schuster und
Thoralehrer um 1660 herum in der heutigen Ukraine in einem von den Kosaken
verursachten Pogrom mit meinem Sohn in der Scheune verbrannt worden. Und ich
habe auch gesehen, dass ich in einem Leben davor einem reichen Juden aus
Habsucht das Messer in den Bauch gestoßen hatte.* Wir alle Menschen hatten
wohl in früheren Leben Lieblosigkeiten und Gemeinheiten begangenen. Alles
findet seinen Ausgleich. Sie, lieber Frau Ditfurth, können nun ersehen, warum
mein Herz für die Verfolgten dieser Welt schlägt. *(Und bitte posaunen Sie
jetzt nicht in alle Welt: Der reinkarnierte Trutz Hardo war schon im früheren
Leben ein Judenmörder! Sie machen sich sonst lächerlich.)

 

Also bitte, unterlassen Sie es, mich fälschlicherweise hetzerisch einen
Antisemiten zu nennen. Ich war bereit, mich im Juni 1967 nach Israel schicken
zu lassen, um diesem Volk aus tiefstem Mitgefühl im Sechstagekrieg in seiner
Not zu helfen. Ein Antisemit wäre sicherlich nicht auf diese Idee gekommen.
Wenn Sie damals älter als sechzehn gewesen wären, zu welcher Seite hätten Sie
sich eigentlich in Juni 1967 gestellt? Sie als junge Edelkommunistin hätten
doch sicherlich mit der UDSSR sympathisiert, die damals eindeutig Stellung für
die palästinensisch-arabische Seite bezog. Hätte man Sie dann damals nicht auch
als Antisemitin bezeichnen können? Wie hätten Sie damals auf solch eine
böswillige Unterstellung reagiert? Ich habe einen jüdischen Freund - ich habe
übrigens jüdische Freunde in der ganzen Welt, die fassungslos sind, was die
deutschen Gerichte mir angetan haben - , der damals in der kommunistischen
Tschechoslowakei in Prag studierte. Er hatte während des Sechstage-Krieges die
schlimmsten Ängste durchgemacht, da der Hass der aufgebrachten kommunistischen
Studenten sich auch gegen die jüdischen Kommilitonen wandte.

 

Liebe Frau Ditfurth, ich würde mich gerne einmal mit Ihnen unterhalten, damit
wir die Dinge klären und uns nicht weiterhin befehden müssen, obwohl ich weiß,
dass Sie als Frankfurter Stadtverordnete mit besten Beziehungen zu starken
Armen die weitaus besseren Trumpfkarten in der Hand halten und ich mich nur
defensiv verhalten kann. Aber ich bin kein Feigling und habe auch in den
öffentlichen Medien meine Freunde, die allerdings oft Angst haben, ihre
Meinungen öffentlich zu sagen (wie damals schon zur Hitlerzeit!). Die Angst
geht um, die Angst vor dem Antisemitenstempel, der jeden vernichtet!

 

Ich lese gerade in Indien Exilliteratur, um mich auf eventuelle Vollemigration
vorzubereiten, falls Ihre Hasstiraden weiterhin sich gegen mich richten
sollten. Ich lese gerade Klaus Manns Mephisto. Diesen Roman möchte ich Ihnen
ebenfalls als wichtige Lektüre empfehlen. Doch als wir uns anlässlich der
Frankfurter Buchmesse zufällig begegneten und ich mit Ihnen ein klärendes
Gespräch suchte, entgegneten Sie mir: "Mit so einem wie Sie spreche ich nicht."
(Diesen Satz hätte sicherlich ein SA-Mann damals auch zu einem Deutschen
jüdischer Abstammung gesagt haben können.) Somit wird es auf Erden wohl kaum
ein klärendes Zusammentreffen geben. Vielleicht holen wir ein solches dann nach
unserem Ableben auf einer anderen lichtvolleren Ebene nach.

 

Ich wollte mit diesem Roman den Lesern darstellen, dass alle Lieblosigkeiten in
Gedanken, Worten und vor allem Taten Konsequenzen nachsichtragen, die meist
erst in einem späteren Leben den Ausgleich finden, so dass das, was wir anderen
zugefügt haben, auf uns zurückkommt. Wenn wir nämlich dieses göttliche
Karmagesetz begriffen haben, dann werden wir uns hüten, anderen Lieblosigkeiten
zukommenzulassen. Erst dann haben wir eine bessere Welt!!! Und nicht, wenn wir
alle Menschen zwangssozialisieren oder zwangsnationalisieren. Wir müssen bei
uns im Inneren anfangen, liebevoll zu werden, dann verändert sich auch alles
für eine neue und bessere Menschheit. Die Ideologien aber wollen von außen her
die Welt nach ihren radikalen Vorstellungen unter Ausmerzung der
Andersdenkenden verbessern. Dies erwies sich als ein missglückter Ansatz. Und
für eine bessere Welt von innen heraus setzte ich mich mit allen Kräften ein.

 

Mein Roman ist wegen Volksverhetzung in Deutschland verboten worden, obwohl ich
kein Antisemit bin und aus meiner Überzeugung den projüdischsten Roman der
deutschen Literatur als ehemaliger Germanist und Historiker geschrieben habe.
Ganz anders als der britische Historiker David Irving leugne ich nicht den
Holocaust, sondern im Gegenteil spreche ich von sechs Millionen Ermordeten und
schildere deren schlimmstes Leid. Ich begleite diese Opfer sogar in die
Gaskammern und veranschauliche, was für ein Grauen sie dort erleben mussten.
Aber ich zeige auch auf, wie ihre Seelen sich aus den irdischen Körpern lösten
und von den Seelen ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde empfangen und
umarmt wurden. Denn ich weiß aus meinen tausendfachen Erfahrungen durch meine
Tätigkeit als Rückführungsexperte - und das wissen alle Rückführungsleiter und
die von ihnen Zurückgeführten in der ganzen Welt -, dass wir nach dem Tod von
den uns Vorausgegangenen abgeholt werden. Ich betreibe also keine
Verunglimpfung des Angedenkens Verstorbener, sondern das Gegenteil ist der
Fall, was aber von Ihnen, lieber Frau Ditfurth, aus Ihrer materialistischen
Anschauung heraus sicherlich für Hokuspokus angesehen werden muss. Vielleicht
werde Sie einmal von Ihrem verehrten Vater abgeholt. Dann werden Sie an diese
hier niedergeschriebenen Worte erinnern. Ich "verunglimpfe" nicht, ich halte
die Opfer in höchstem Angedenken. Eines Tages wird mein Roman auch wieder in
Deutschland zu lesen erlaubt sein. Und man wird sich fragen, warum dieser Roman
verboten werden musste, welche Kette von Motiven dafür Anlass gegeben hat. Der
Oberstaatsanwalt wollte mich wegen dieses Romans zwei Jahre lang ins Gefängnis
sperren lassen! Die revisionistischen Bücher von Irving sind in aller Welt
verurteilt worden. Aber selbst die Holocaustforscherin Deborah Lipstadt
erklärt, dass sie gegen Indizierung der Bücher von Irving ist, denn: "Ich bin
gegen Zensur. Keinem ist damit gedient, wenn man ihn ins Gefängnis steckt."
(Zitate nach DER SPIEGEL 3/2006) Wenn diese große Holocaustforscherin diese
Aussage über den bisherigen Holocaustleugner Irving macht, was würde sie wohl
zu meinem verbotenen Roman (also kein Sachbuch) sagen, der die deutsche
Geschicke als Familiengeschichte von 1933 bis 1949 beschreibt? Bestimmt würde
Frau Lipstadt sagen, mein Buch solle sofort von der Indizierung freigesprochen
werden. Aber wer hat den Mut dazu, sich für mein Buch einzusetzen, wenn doch
gleich wieder der Antisemiten-Stempel droht?

 

Eines möchte ich Ihnen hiermit garantieren, dass ich nie in der Öffentlichkeit
über das Karmagesetz in Verbindung mit dem Holocaust spreche. In Israel
herrscht in dieser Hinsicht Meinungsfreiheit. Jeder kann darüber schreiben oder
sprechen. Und ich finde es auch richtig, dass wir in Deutschland aus bestimmten
Gründen über dieses Thema nicht sprechen und höchstens in einem fiktiven Roman
darüber schreiben. Die Zeit, darüber zu diskutieren, ist noch nicht distanziert
genug von dem grauenhaften Geschehen. Doch wenn Sie, liebe Frau Ditfurth, immer
wieder an diesem Thema rütteln, helfen Sie gerade an der Verbreitung dessen,
was Sie doch bekämpfen. Sicherlich werden viele Ihnen beipflichten, denn Sie
verstehen es meisterhaft, die Dinge in Ihr Licht zu stellen. Doch noch mehr
Menschen werden denken, dass Sie mit Ihren Argumentationen Einschüchterung
verbreiten, die das Grundgesetz der Meinungsfreiheit auf den Kopf stellen. Man
hat Angst vor Ihnen. Und eine ungute Angst verbreitet sich immer mehr in
Deutschland. Ich will Liebe verbreiten und keine Angst!

 

Sie berufen sich immer darauf, dass ich ja wegen Volksverhetzung verurteilt
bin. (Wen verhetze ich eigentlich? Wer hetzt, sind Sie doch.) Glauben Sie denn
wirklich, dass ein deutscher Richter es wagen würde, so der Hinweis von oben
kommt, dieser ist wegen Antisemitismus aufgrund von "Volksverhetzung" zu
verurteilen, für den Betreffenden einen Freispruch zu bewirken? Denn wenn er es
täte, würde ihm sofort ebenfalls der Antisemitenstempel verpasst werden, was
bedeuten könnte (und es gibt Beispiele), dass er versetzt oder in seiner
Beförderung behindert würde. Viele Historiker befinden sich in Angst, bei ihren
historischen Recherchen eventuell eine andere Meinung zu vertreten als die
erlaubte. Es gibt diesbezüglich keine freie Geschichtsforschung, denn die Angst
vor dem Antisemitenstempel geht als Geist herum. Der Paragraph im Grundgesetz,
der uns die freie Meinungsäußerung zubilligt, müsste de facto gestrichen
beziehungsweise eingeschränkt werden. Ich werde mich in dieser Hinsicht beim
Europäischen Gericht beschweren, denn dieses betont mit Nachdruck Meinungs- und
Glaubensfreiheit.

 

Nach Ihrer Demonstration im Spätherbst 1967 in Darmstadt gegen mich, den Dalai
Lama und gegen andere angebliche braune Gedankenträger wurde Anfang Dezember in
Berlin während einer Gruppenrückführung im Kongresssaal am Alexanderplatz durch
die Fensterscheibe auf mich geschossen, doch wurde ich nicht getroffen. Die
Kripo ermittelte, und der Berliner Kurier berichtete über diesen Fall. Von dem
Täter fehlt jede Spur. Ihre Hetze gegen mich inspirieren Ihre
Gesinnungsgenossen, sogar zu möglichen Mördern zu werden. Warum wollen Sie mich
zum Märtyrer machen? Ich habe kein Interesse daran, als solcher in die
Geschichte der Literatur und der Esoterik einzugehen. Auch wurde in Berlin zwei
Tage vor meinem zweiten Prozess in Koblenz mein Auto angezündet, das total
ausbrannte. (Das Bild dazu kann unter www.bhakti-yoga.ch. [Stichwort Hardo]
angesehen werden. Hier kann man sich auch über den Prozessverlauf samt meinen
Stellungnahmen informieren.)

 

In einer Berliner Straße las ich vor einigen Monaten auf angeklebten
Handzetteln in etwa folgendes: "Mitbürger. In eurer Straße wohnt ein Faschist.
Er heißt .... . Duldet nicht, das er unter euch lebt. Zeigt ihm eure
Verachtung. Spuckt vor ihm aus" ect. Diese Machenschaften erinnern an übelste
Methoden aus der braunen Vergangenheit. Wer unterstellt sich eigentlich heute
noch, braune verwerflichste Vorgehensweisen zu kopieren? Hat man denn nichts
aus der Geschichte gelernt? War denn alles umsonst?

 

Ich fühle mich deshalb in Deutschland nicht mehr sicher, weshalb ich mich auch
jedes Jahr mehrere Monate im Ausland aufhalte. Vielleicht gehe ich auch ganz in
die Emigration. "Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den
Schlaf gebracht" (Heine). Ich fühle mich in meiner Heimat wie ein Jude der NS- Zeit, der jeder Zeit mit einer erneuten Diffamierung, gewalttätigen Auflauerung
oder einer Kugel zu rechnen haben muss. Während ich dieses nun schreibe,
befinde ich mich für mehrere Monate in Indien. In Deutschland hätte ich
vielleicht nicht den Mut aufgebracht, diesen Brief an Sie zu richten, müsste
ich doch sofort mit hetzerisch geschriebenen oder physischen Attacken rechnen.
Hier in Indien fühle ich mich sicher. Sie haben den Vorteil, dass Sie mit Ihren
geschickten Hetzattacken wohl jede Zeitung und andere Medien gegen mich
aufzubringen wissen. Denn die Antisemitenkeule bedroht nicht nur mich, sondern
auch alle jene, die anders denken als Sie, da diese, wenn jene sich zu meinen
Gunsten äußern würden, sofort auch diese Keule auf sie niederfallen würde.
Davor hat jeder Angst. Wir leben in Deutschland in einem ungesunden Klima. Und
Sie tragen dazu bei. Bitte hören Sie mit diesen Hetzkampagnen gegen mich und
die Esoteriker auf. Ich weiß auch, dass es unter den sogenannten Esoterikern
viel kopfschüttelnde Auswüchse gibt. Und ich verstehe in vielem Ihre Kritik an
Leichtgläubigen. Aber gibt es solche nicht in allen Bereichen des Lebens? Doch
eines sollten Sie wissen: Wir sind keine Antisemiten!!!! Begreifen Sie das doch
bitte einmal. Uns interessiert keine Rassenlehre à la Blavatsky, mit der Sie
immer gegen uns zu Felde ziehen. Wir kennen keine Diskriminierungen gegen
andere Glaubensvorstellungen und Völker. Wir versuchen, einen Weg der Liebe und
der höheren Erkenntnisse zu gehen - und wir gehen meist diesen Weg allein oder
mit Freunden, denn wir wollen uns nicht wieder einsperren lassen von
vorgesetzten Indoktrinationen. Nur relativ wenige schließen sich meist nur
vorübergehend gewissen Sekten oder Gurus an, da sie sich in größeren Gruppen
geborgener fühlen. Doch die übergroße Mehrheit sind Einzelgänger.

 

Heute sind wir nicht mehr wie damals ebenfalls Verfolgte von Faschisten,
sondern heute werden wir von Antifaschisten verfolgt. (Hitler ließ Medien ins
KZ sperren!) Ein israelischer Thoragelehrter, mit dem ich mich in dieser
Angelegenheit unterhielt, sagte: "Dann erlebst du jetzt einmal am eigenen Leib,
wie wir Juden uns oft damals unter den Nazis und in der rückwärtigen Geschichte
bei den verschiedensten Völker gefühlt haben. Warum sollten wir Juden denn
immer wieder nur die Leidtragenden oder Verfolgten dieser Welt sein? Warum denn
nicht auch einmal die Deutschen?" Nun, vielleicht hat das auch mit
Karmaausgleich zu tun.

 

Ich stelle diesen Brief an Sie ins Internet, damit jeder Zeitungs- oder
Fernsehjournalist, der mich für seine Zeitung oder Fernsehanstalt interviewen
will, Bescheid weiß, so dass er selbst entscheiden kann, ob er einen Bericht
über mich bringen will oder ob er sich vor Ihren anprangernden Verfolgungen
lieber hüten möchte, um nicht seinen Job zu verlieren oder gar ebenfalls als
Antisemit abgestempelt zu werden.

 

Mit Ihrer Antisemitismusabstempelei verbreiten Sie vor allem Angst bei unseren
jüdischen Mitbürgern. Diese sollen sich bei uns wohlfühlen und nicht
mutwilligst heraufbeschworenen Ängsten ausgesetzt werden. Werfen Sie, liebe
Frau Ditfurth, diesen Stempel ins Feuer, denn er bewirkt größten Brandschaden,
der uns allen Angst und Schrecken bereitet.

 

Außerdem sehe ich mich genötigt, da Sie Stellen aus meinem verbotenen Buch an
die Öffentlichkeit gebracht, also bewusst "volksverhetzerische" Zitate
herausgesucht haben (die ja eigentlich nicht veröffentlicht werden dürfen, was
Sie dennoch nicht hindert, es trotzdem zu tun, um ihre Antisemitenkeule
schwingen zu können), auch einige von den vielen Stellen hier anzufügen, die
meine Stellungsnahme als Verfasser dieses Romans verdeutlichen. Und zwar
bekunden diese eindeutig -und was jedem Leser klar vor Augen erscheinen
dürfte - , dass ich sicherlich kein Antisemit sein kann.

 

Zitate aus dem Roman JEDEM DAS SEINE, die dem öffentlichen Gericht der 2.
Instanz (Landgericht) im Mai 2000 vorgelegt worden waren.

 

Die Morde und die Brutalität im KZ werden an den verschiedensten Stellen des
Romans geschildert: z.B. S. 70ff, 81, 99, 164.

 

S. 90: (der Autor): Indem wir solche Szenen mit ansehen und beschreiben - und
es geschieht bestimmt nicht aus Sadismus oder Schadenfreude - , zwingen wir uns
selbst gegen die Ignorierung der ´bösen´ Geschehnisse. Wir müssen hinsehen, um
zu wissen. Wissen aber verpflichtet. Wir müssen also über das Miterlebte
künden, damit andere ebenfalls aufgerüttelt werden und ein wenig von ihrer
Gleichgültigkeit ablegen und somit zu Mitfühlenderen werden. Denn derjenige,
der gerade zu Tode gemartert wurde, ist nicht etwa er allein. Nein! Dieser bin
ich, dieser bist du, dieser ist unser aller Ich. Er geht uns alle an.

 

S.109: (Molar): "Wie konnte solch ein Grauen je durch Deutsche geschehen, durch
Menschen also, die sich darüber hinaus noch stolz in ihrer Verblendung
brüsteten, etwas Besseres als andere zu sein?.... Hitler hat das Deutschtum auf
ewig mit einem Makel der Anrüchigkeit, Peinlichkeit, ja, der Verachtung
versehen. Aber vielleicht sind jetzt diejenigen Deutschen, die sich wirklich
schämen, dazu bereit geworden, sich von allem Nationalen zu trennen und frei zu
werden für weiterreichendere Verbindungen, die Europa, ja, die ganze Welt in
Brüderlichkeit und Menschenliebe umschließen. Wir müssen alle Weltbürger
werden, wie Goethe sich immer als solcher fühlte. Jedes Beharren im Eigenen
schließt die Handreichung zum anderen aus. Wie schön wäre es, wenn die ganze
Welt einmal zu einer Nation zusammengefunden hätte, in welcher jeder den
anderen als seinen Weltenbruder ansähe, ..... Für diese Idee will ich streiten."

 

S. 157f: „Hoffentlich haben sie ein für allemal gelernt, dass man sich nicht
aus volks- und nationalegoistischen Gründen über andere Völker, Nationen oder
Rassen stellen darf, dass jeder Hochmut und Dünkel vor dem Fall kommt.“

 

S. 33: (Ein reumütiger Kapo spricht nach dem Krieg zu einem ehemaligen SS-
Mann) ".... Ja, Herr Hauptsturmführer, ich hätte mich dann lieber von Ihnen wie
einen Bibelforscher erschießen lassen, als dass ich auch nur einen einzigen
Befehl gegen das Gebot der Nächstenliebe befolgt hätte. ...Wissen Sie, nicht
wir, das heißt die SS und die Kapos, haben richtig gehandelt, sondern die
Bibelforscher. ... Wir waren im Vergleich zu ihnen alle gewissenlos. Wir haben
uns alle böse an Gott und seiner Liebe vergangen. Wir sind vor ihm und der
Menschheit schuldig geworden. Sehen Sie, Sie befolgten nur solche Befehle,
gegen die Sie nichts einzuwenden hatten. Also vergasten und mordeten Sie frisch- fröhlich mit. Sehen Sie denn noch nicht, dass Sie sich schuldig gemacht haben
und der ‚höhere‘ Befehl nicht als Ausrede dafür vorgebracht werden kann? ...
Sie können sich von Ihrer Kette, die an der Hundehütte Ihres Eides befestigt
ist, nur lösen, wenn Sie eingesehen haben, dass Sie für etwas Böses
eingefangenen wurden, das man Ihnen gegenüber als etwas Notwendiges ausgab."

 

S. 38: (zu einem früheren SS-Hauptsturmführer): "... Ihr zukünftiges Ich wird
über Sie zu Gericht sitzen, Ja, den irdischen Häschern mögen Sie jetzt wieder
einmal entkommen. Aber Ihrem Gewissen entweichen Sie nie. Das müssen Sie schon
überall mit hinnehmen. Alles, was Sie in Ihrem Leben begangen haben, ist bei
Ihrem Gewissen angekreidet. Alles, was Sie an Grausamkeiten an anderen verübt
hatten, wird einst selbst an Ihnen vollzogen werden. ... Kehren Sie den inneren
Schweinehund aus sich heraus und werden Sie ein Mensch, ... der mitempfindet,
der Liebe und Güte den anderen Mitmenschen gegenüber aufbringt.“

 

S. 290: „Bereut man aber seine Untaten, so hat man mit dieser Reue seine Seele
ein Stück weiterentwickelt. ... Doch die meisten der NS-Gewaltigen haben von
dieser möglichen ‘Vorleistung‘ abgesehen und werden für ihre Sünden in späteren
Leben voll einzustehen haben.“

 

S. 187: „Das sagen jetzt alle früheren und in ihrem Herzen immer noch braun
gebliebenen Nazis. Sie klammern sich als Ausrede an diese winzige Hoffnung, um
ihren eigenen Führerglauben zu rechtfertigen. Und ich sage Dir, dass alles, was
im Reich an Bedeutungsvollem passierte, direkt auf Führerweisung hin geschah,
und zwar auch die Massenvernichtung der Juden und Zigeuner. ... Er hat durch
diese Millionenmorde dem deutschen Volk für die nächsten tausend Jahre Schmach
und Verachtung gebracht. ... Hitler ist der größte Massenmörder der
Weltgeschichte, und wer ihn immer noch lobt, ist Teilhaber an diesem
Verbrechen.“

 

S. 41. ff: (Der reumütiger Kapo): ... Hitler hasste die Juden. Als er auf
einmal die Macht des Stärkeren besaß, nützte er sie rücksichtslos aus. Alle
Juden sollten ... ´vergast´ oder nach Ausnutzung und Erschöpfung ihrer
Arbeitskräfte vernichtet werden. Als Führer des ´stärksten´ Volkes glaubte er
das Recht zu besitzen, sich alles das rücksichtslos zu nehmen, was andere
besaßen, er aber haben wollte. Vielen Völkern im Osten wollte er das Land
wegnehmen. ihm war es egal, was aus jenen ´Schwächeren´ wurde. Sollten sie
verhungern. Das Recht des Stärkeren war ja Naturgesetz, und somit galt es als
Vorwand für alle seine Gemeinheiten. Nicht Humanität war das Gesetz der Stunde,
sondern Animalität. ... Ich will vielmehr mein mörderisches Verhalten
anprangern. Ich habe schließlich mein Morden ebenfalls darwinistisch
gerechtfertigt und mein Gewissen somit kaschiert. ... Die Menschen wurden nur
noch als seelenlose Roboter angesehen. Sobald sie nichts mehr taugten, wurden
sie ´fortgeschafft´ oder ´ausgewechselt´. ... Dann werde ich sie schon darüber
aufklären können, was damals alles unter der Hitler-Diktatur in meinem
Dabeisein vorgekommen ist. Ich werde vor Gericht alles genauestens darlegen.
Die Welt muss die Wahrheit wissen. Das fordere ich nun auch im Namen der von
mir Getöteten. Wenn alles gesagt sein wird, werde ich um das Urteil ´Tod durch
Erhängen´ bitten. ....Wenn jemand noch Hitler, diesen Massenmörder, preist,
dann ist er ebenfalls ein moralischer Mitvergaser. ... Was haben die Juden
anderes angestellt, als dass sie ebensolche Menschen waren wie wir. Wo ist der
Unterschied? Ich wenigstens habe nie einen solchen sehen können.“

 

S. 187: „Hitler ist der größte Massenmörder der Weltgeschichte, und wer ihn
immer noch lobt, ist Teilhaber an diesem Verbrechen.“

 

S.190 f: (Hitler): "Ja, um das mir gestellte Ziel zu verwirklichen, sind alle
Terror- und Propagandamittel, die mir das Volk hörig machen, erlaubt. ... Auch
in der Außenpolitik kenne ich keine Moralgesetze. Politik ist ein Spiel, in
dem jeder Trick erlaubt ist. List, Betrug, Verrat, Verstellung, Schmeichelei,
Brandstiftung, Überfall, Mord ...“

 

S. 166: "Das Zeitalter des Perikles und das Zeitalter Hitlers sind die beiden
sich diametral widersprechenden Extreme. Der Pendel der Menschheitsgeschichte
hatte im Zweiten Weltkrieg mit Auschwitz seinen negativen Höhepunkt erreicht.“

 

S. 290: (Zitat von Baldur von Schirach): „Auschwitz ist der größte und
satanischste Massenmord der Weltgeschichte. ... Es ist ein Verbrechen, das
jeden Deutschen mit Scham erfüllt. ... Es ist meine Schuld, dass ich die Jugend
erzogen habe für einen Mann, der ein millionenfacher Mörder gewesen ist.“

 


Anmerkung: Diejenigen, die vor dem Verbot noch alle vier Bände meines Romans in
seiner Gesamtheit lesen konnten, schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und
sagen, dass nicht ein einziger Hinweis auf ein antisemitisches Verhalten
seitens des Verfassers in diesem Roman zu erkennen ist, vielmehr sei das genaue
Gegenteil der Fall. Sie können nicht verstehen, dass solch ein wichtiger Roman
verboten sein soll. Sie begreifen die deutsche Justiz nicht und zweifeln daran,
ob die Grundrechte überhaupt noch Gültigkeit haben.

 

Doch eines möchte ich Ihnen, verehrte Frau Ditfurth, noch garantieren:
Irgendwann einmal werden meine Dramen und Komödien auch auf der Bühne zu sehen
sein und nicht nur meine Sachbücher, wie jetzt schon, sondern auch meine Romane
in allen wichtigen Buchhandlungen präsent sein. Auch wenn ich jetzt noch ein
halbes Untergrunddasein zu führen habe. Wir wehren uns gegen die von Ihnen
mitiniziierte erneute "Bücherverbrennung"!

 

Und noch einmal mein Appell an Sie: Kämpfen Sie nicht mehr gegen die Esoteriker
an. Wir sind keine Antisemiten, wir sind gute Staatsbürger, auf die der Staat
eigentlich stolz sein sollte. Auch garantiere ich Ihnen, dass der
Reinkarnationsgedanke sich in Deutschland immer mehr ausbreiten wird, ob ich
dazu noch weiteren Beitrag leiste oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Denn
Professor Ian Stevenson hat als Wissenschaftler die wahrhaftige Existenz der
Reinkarnation bewiesen (man vgl. Reinkarnationsbeweise, Aquamarin Verlag).
Dieses Buch sollte, nein muss jeder gebildete Mensch gelesen haben, der in der
neuen Gedankenbildung mitreden möchte. Damit wird auch bestätigt, dass der
Glaube der wohl meisten Juden an die Reinkarnation immer berechtigt war. Auch
heute noch wartet man auf die "Wiedergeburt" von König David als dem Messias.

 

Ich bin auch davon überzeugt, dass wir im Jenseits mit unseren Erdentaten
wieder konfrontiert werden, und dass viele Menschen, die Lieblosigkeiten auf
Erden begangenen haben, mit einem schlechten Gewissen diese dann bitterlich
bereuen. Mögen Sie diese furchtbaren Seelenerlebnisse nie durchzumachen haben.

 

Da Ihre Anklageschrift an Polylux nicht nur im Internet zu finden ist, sondern
auch als "Pressemeldung" an wohl alle öffentlichen Medien per Email gesendet
wurde und damit jeder Zeitung fälschlicherweise glaubhaft verpasst wird, ich
sei ein Antisemit, so dass mich von nun ab ein jeder aufgrund dieser
Abstemplung anspucken kann, glaube ich auch, dass ich meine Antwort an Sie
ebenfalls ins Internet setzen sollte, damit jede/r LeserIn sich selbst ein
Urteil über gegenteilige Positionen bilden kann, und nicht nur Einseitiges zur
Kenntnis nimmt.

 


Mit freundlichen Grüssen
Trutz Hardo aus Indien

 


P.S. Wie ich nachträglich erfuhr, ist die Sendung Polylux nochmals gerettet
worden.

 

Warnung an alle öffentlichen Medien! Also, bitte liebe Fernsehredakteure und
Journalisten, spielen Sie nicht mit dem Feuer, das Jutta Ditfurth oder ihre
Gesinnungsgenossen und Überzeugungstäter entzünden könnten.

 


Wahre Schriftsteller haben das Gewissen der Nation zu sein, auch wenn sie in der Emigration leben.